Heel bevel, Trachtenrocker

Bearbeitungstechniken
saskia
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Heel bevel, Trachtenrocker

Beitrag von saskia » Sa 26. Mai 2012, 12:46

Da ich die Stichworte in anderen Threads aufgefischt hab und nicht weiss was das ist : kann mir bitte jemand erklären, wie das genau aussieht?
Theorie ist, wenn man alles weiß und nichts klappt. Praxis ist, wenn alles klappt und keiner weiß warum. Oft sind Theorie und Praxis vereint: nichts klappt und und keiner weiß, warum.

radieschen
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Re: Heel bevel, Trachtenrocker

Beitrag von radieschen » Sa 26. Mai 2012, 22:22

ich nutz es gern bei sehr steilen hufen mit hoher trachte: man raspelt die trachten etwas schräg, wenn man sie nicht komplett auf die länge kürzen kann/will, die ... ihr hattet es hier irgendwann mal als banana-trim in nem thema....

sinn des ganzen ist unter anderem, dem Pferd die Möglichkeit zu geben, auf die neue, flachere Ebene zu fußen - oder Alternativ noch die alte Fußung auf die gewohnte steile Ebene zu nutzen, wenn ihm die neue noch nicht genehm ist. oft bekommen verkümmerte Strählchen so auch ein erstes bisschen Bodenkontakt und fangen an zu regenerieren.

anschrägen tut man vom hintersten Punkt der Trachte bis in den Winkel Eckstrebe-Trachte...

hach, ich kann so schlecht erklären.... muss nochmal im Ramey nachlesen ;)

Bild Sohlenansicht: weiß nicht, ob mans hier erkennen kann? den strahl bitte ignorieren, bei dem Hottie wächst er sehr schnell, war aber anfangs ziemlich pilzig und's Pferd läuft eindeutig schlechter, wenn der Strahl richtig ran muss.

Bild Seitenansicht: anderes Pferd mit zahlreichen Baustellen - Huf hab ich nciht bewusst geknipst, nur eben gesehen, dass man da den Bevel und die AUsrichtung zum Boden gut sehen kann. Foto halt irgendwann mittendrin geknipst.
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saskia
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Re: Heel bevel, Trachtenrocker

Beitrag von saskia » So 27. Mai 2012, 09:06

Hm, sieht aus wie angeraspelte "untergeschobene Trachten" :?:

Sehe ich das auf dem 2. Bild richtig, dass du die rot markierten Bereiche wegeraspelt hast? Ich kann das nicht verlässlich genug erkennen.

Tja... ich hab das Problem, dass das Pferd mit dem Mickerstrahl niedrige Trachten hat (auch nicht untergeschoben, sondern eigentlich eine super Hufform, und tolles Gewölbe. Nur eben schmaler, (meist) hoch schwebender Strahl. HS hatte den immer gekürzt... nachdem der Strahl nach HS-Abschied wachsen durfte, wuchs er zwar Richtung Boden, drückte sich da aber platt und schälte sich anschliessend, und schwebt nun wieder ohne Bodenkontakt. Pferd hat plane Fussung - soweit ich das mit blossem Auge sehen kann. Eine Zeitlupen-Cam könnte da anderes aufdecken, aber so'n Ding hab ich nicht.

Aber das grössere Problem ist eigentlich das andere Pferd mit den hohen Trachten, und DER hat einen prima Strahl. Breit, fest und Bodenkontakt. Und das Pferd hat Trachtenfussung, schon "immer", d.h. seit ich gelernt hatte drauf zu achten. Ich bin seit Ende des Winters mutiger dran, die Trachten runterzukriegen, vielleicht muss ich uns einfach viel viel mehr Zeit dafür geben, aber bisher habe ich immer wieder Zweifel, ob wir nicht auf der Stelle treten. Immerhin hab ich es schonmal geschafft, die Zehe halbwegs zu zähmen. Nun noch die Trachten....
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Re: Heel bevel, Trachtenrocker

Beitrag von Pat » So 27. Mai 2012, 09:36

Bild

Der Pfeil zeigt auf den Sohlenverlauf. Wenn jetzt keine anderen Gründe dagegen sprechen, kannst du dich bei der Trachten- und Eckstrebenkürzung danach richten.
Möglicherweise ist auch viel komprimiertes Zerfallshorn im Eckstrebenwinkel. Würde ich auch mal nachschauen.

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Re: Heel bevel, Trachtenrocker

Beitrag von radieschen » So 27. Mai 2012, 09:41

Schmunzel, ja, sozusagen "angeraspelte untergeschobene Trachten" ... aber nicht mit deren negativen Folgen, weil bei den steilen Hufen die Hornröhrchen ja aufrecht stehen und somit auch in einem steileren Winkel nachwachsen, als bei untergeschobenen Trachten, wo die Hornröhrchen schon massiv schräg nach vorne wachsen.

Ich nutz das gern auch bei den Pferdchen, bei denen das Trachtenhorn Einblutungen zeigt - meist bei den steilen engen Zwanghufen der Fall. So haben die hintersten Hornröhrchen erstmal eine Weile Entlastung. Bislang war's dann bei der nächsten Bearbeitung in Ordnung, also nicht wieder eingeblutet.

-----------

@ pat - ja, wie gesagt, das Pferdchen hatte nen mega-verpilzten Strahl, die hätte ich ungern von jetzt auf gleich voll drauf gestellt. es war einfach ein Mittelweg, auch, um dem Strahl noch nciht zu viel zuzumuten.
Hab noch nen Norweger mit "Eselhufen", als sehr oval, Seiten wände nicht gerundet sondern gerade, ebenfalls hohe Trachten und schmales STrählchen. Trachte runter machte den fühlig. Heel Bevel brachte den STrahl zum wachsen und danach ging dann auch Trachte runter.

Ich seh den Bevel als Übergangslösung: wenn ich Trachte runternehmen kann, dann mach ich das. Wenn nicht, dann erstmal beveln und beim nächsten mal schauen.

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Re: Heel bevel, Trachtenrocker

Beitrag von Ponyschubser » So 27. Mai 2012, 13:22

Interessant, ich kannte den Trachtenrocker auch noch nicht und war gespannt auf die Antwort :)
Habe aber noch eine Frage: kippelt das Pferd dann nicht beim laufen? Ich hoffe ihr versteht wie ich das Meine :D
und wie lange kann ich diesen Trachenrocker dann am Pferd anbringen, nur einmal oder bis ich sehe das es anfängt auf die Trachte zu fußen?
LG Tanja

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Re: Heel bevel, Trachtenrocker

Beitrag von saskia » So 27. Mai 2012, 14:27

Danke für die Erklärungen :) Jetzt bin ich mir allerdings noch nicht ganz sicher, ob der Rocker Sinn macht, wenn das Pferd eh schon eine Trachtenfussung hat. Könnte natürlich trotzdem Sinn machen, da die Aufschlagfläche verkleinert wird (also der Bereich der beim Auffussen auf den Boden trifft) und sich somit - vermutlich - schneller abreibt und das Pferd damit selber auch ein Stück "Trachtenkürzen" übernimmt? Oder mach ich da einen Denkfehler?
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Re: Heel bevel, Trachtenrocker

Beitrag von Mascha » Di 29. Mai 2012, 10:23

Ich nutze den Trachten Rocker auch gerne bei untergeschobenen oder eingerollten Trachten. So kann man sehr gut den Druck von den Trachten nehmen, bis sie unverbogen heruntergewachsen sind.

In der Regel ist ein Trachten Rocker vor allem zusammen mit einem Toe Rocker als "Bananentrimm" sinnvoll, da die meisten Hufe mit untergeschobenen Trachten auch eine zu lange Zehe haben und man nur Erfolg haben kann, wenn man beides bekämpft, da das eine oft das andere bedingt.

Ein seltenerer Fall, wo ein Trachten Rocker sinnvoll ist, ist bei einer einseitig eingerollten Trachte. Die eingerollte Trachte ist dann auf der mehr belasteten Seite und man kann sie oft mit einem Trachten Rocker dazu bringen, sie wieder etwas aufzurichten und dem Gewicht dann später besser stand zu halten. Hierbei muss man allerdings aufpassen, dass man die mehrbelastete Trachte nicht zu sehr schwächt. Da muss man von Fall zu Fall genau hingucken.

Generell sollte man einen Trachten Rocker natürlich nicht ewig und drei Tage anwenden, sondern nur so lange, wie die Trachten verbogen sind.
Viele Grüße, Mascha
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Re: Heel bevel, Trachtenrocker

Beitrag von rudi162 » Di 13. Nov 2018, 18:37

Huhu ;-) ich bin noch ein Neuankömmling in der Gruppe und habe eine frage zu Beveln: Mein Pferd hat untergeschobene Trachten. Macht es dort
Sinn zu beveln?

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Re: Heel bevel, Trachtenrocker

Beitrag von Mascha » Di 13. Nov 2018, 23:12

Hallo, das kann man so leider nicht beantworten. Das hängt von der Hufform insgesamt ab. Am besten beschäftigst du dich erstmal eingehender mit der Anatomie von Hufen und mit den verschiedenen Arten von Hufproblemen, dann kannst du dir die Frage vielleicht schon selber beantworten.

Du kannst auch in diesem Forum ein Thema aufmachen und dort Bilder hochladen. Vielleicht kann dir dann jemand einen Tipp geben oder zumindest etwas genauer erklären, welche Probleme die Hufe haben und welche Lösungsmöglichkeiten es gibt.

Ich würde dir nicht raten, jetzt einfach drauf los zu raspeln. In Zweifelsfall schadest du deinem Pferd damit mehr als dass du ihm hilfst.
Viele Grüße, Mascha
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