Frage zu Schmerzen bei Rehe

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diala
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von diala » Fr 12. Jul 2019, 18:21

tut mir sehr leid, das zu hören... ich bin in der Zwischenzeit in einer ähnlichen Lage, habe ein 29j. Cushing/Rehepferd mit völlig entgleister Verdauung übernommen, die auch einfach kaum was fressen will. Irgendwie mag sie das Gewicht noch einigermassen halten, aber ausser wenig Heu und Luzernecobs geht ihr alles hinten vorbei, was ich ihr anbiete - auch kurzgehäckseltes Bergheu und Senior-Heuflakes, egal ob nass oder trocken. Auch Heu einweichen funzt nicht - nur grasen würde sie gerne... Ist nicht so einfach!!! :(

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Mascha
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Mascha » Fr 12. Jul 2019, 22:33

Bei Cora gingen die Bergwiesencobs von Derby als einzige zuckerarme Heucobssorte. Andere wurden verschmäht. Auch normale Heucobs vorher gingen nur mit geschrotetem Hafer oder Maiscobs gemischt wirklich gut. Ansonsten hat man bei ihr Appetitlosigkeit gemerkt, wenn Prascend zu schnell gesteigert wurde oder einfach überdosiert war. Ich habe in dem Fall dann runterdosiert bis wieder Appetit da war und nach 14 Tagen den ACTH-Wert checken lassen. Bei uns war zum Schluss der ACTH-Wert OK, Glucose im oberen Referenzbereich, aber Insulin trotzdem jenseits von Gut und Böse.
Viele Grüße, Mascha
Alles, was ich an Beurteilungen abgebe, basiert auf dem Material, das mir dafür zur Verfügung gestellt wurde. Natürlich müsste man für eine vollständige, seriöse Beurteilung der Hufe das Pferd live und in Bewegung sehen.

Dianne
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Dianne » Sa 13. Jul 2019, 13:25

Mascha, das tut mir auch sehr leid für Dich :cry:
Sie hatte bei Dir aber ein schönes und sehr sehr langes Leben.


Diala, vielleicht darf sie in dem Alter mit den Erkrankungen nun auch „einfach“ bald gehen?
Das klingt so ein wenig ausweglos...

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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Lilli » Sa 13. Jul 2019, 13:44

Das tut mir sehr leid :(

Aber wahrscheinlich wäre der Stoffwechsel auch unter 1/2jähriger Kontrolle entgleist. Diese Pferde sind ja leider schwerkrank und irgendwann kann der Körper einfach nicht mehr kompensieren....
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Mascha
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Mascha » Sa 13. Jul 2019, 14:09

Die IR entwickelt sich nur, wenn der ACTH-Wert langfristig zu hoch ist und so den Zuckerstoffwechsel durcheinander bringt. Hätte ich den ACTH-Wert besser im Auge behalten und darauf geachtet, dass er im Normbereich bleibt, wäre eine derartige IR nicht entstanden. Eine angepasste Therapie mit regelmäßigen Kontrollen hätte die Rehe bei ihr ziemlich sicher verhindert, da sie auch sonst gar nicht der Typ für EMS, IR oder Rehe war. Solange der ACTH-Wert durch Prascend im Normbereich war hatte mein Pony absolut keine Probleme mit ihrer Krankheit. Es ist leider so, dass ich mir das zuschreiben muss, dass ich da einfach nicht gewissenhaft genug hinterher war.
Viele Grüße, Mascha
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von diala » Sa 13. Jul 2019, 16:42

Dianne hat geschrieben:
Sa 13. Jul 2019, 13:25

Diala, vielleicht darf sie in dem Alter mit den Erkrankungen nun auch „einfach“ bald gehen?
Das klingt so ein wenig ausweglos...
Dianne, das ist sicher zu bedenken. Aber bei dem Pferd wurde so ziemlich alles falsch gemacht. Zähne lange nicht gemacht (ein Zapfen ist in das Loch des fehlenden Gegenübers gewachsen, so dasss sie kaum mehr kauen konnte); daher bekam/frass sie nur noch Senioren-Kraftfutter (fast nur Getreide), Gras, altes Brot, Äpfel, und Karotten. Das resultierte in senfgelbem Durchfall, und ziemlich ganz sicher auch Magengeschwüren. Im Winter hatte sie massivst Übergewicht (das ist nun zum Glück weg, und sie sieht immer noch gut aus), und der Hufpfleger kam nur alle acht Wochen. Prascend bekam sie eine Packung lang, danach "war's nicht mehr nötig, es ging ihr ja gut"... Bei all dem hat sie Lebensfreude behalten, und läuft recht gut; macht auch schon Mähnenkraulen mit meiner einen Stute. Rotation ist vorne sicher vorhanden, aber die Wände sind nicht hochgestaucht. ACTH-Wert 5 Tage nach Ankunft war 221 (ich habe 3 Tage kein Prascend gegeben, um einen Basiswert zu erhalten), Kontrolle ist nächste Woche nach 14 Tagen Prascend vorgesehen (und sobald sie einigermassen gleichmässig frisst, will ich auch das Insulin wissen).

Ich bin sicher nicht der Lebensretter um jeden Preis, und fühle mich auch gut ohne das; aber das Pferd hat mal sehr viel für mich getan (sie hat mich in jungen Jahren einige tausend km durch die schönste Gegenden Europas geschleppt), und die genannten Probleme sind z.T. gelöst, bzw. werden jetzt behandelt. Wenn sie sich nicht dauerhaft stabilisiert, darf/muss sie himmelwärts gehen.

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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Mascha » Sa 13. Jul 2019, 21:08

Ich denke auch immer, einschläfern kann man ein Pferd nur einmal. Wir haben ja auch lange gekämpft und Cora dachte nie daran aufzugeben. Einschläfern lassen habe ich sie dann, als sicher war, dass es nicht mehr besser wird und dass sie in dem Zustand nicht einen Tag mehr weiter leben kann. Sie war munter und mampfte ihren Pamp, aber sie stand auf drei Beinen, weil das vierte am Ausschuhen war. Da gab es keine andere Option mehr, als einschläfern. Aber so lange es noch eine andere Option gibt und das Pferd nicht selber aufgibt, würde ich es nicht einschläfern lassen.
Viele Grüße, Mascha
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von radieschen » So 14. Jul 2019, 14:24

ach Mascha, das tut mir leid.

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