Frage zu Schmerzen bei Rehe

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Mascha
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Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Mascha » So 3. Feb 2019, 10:15

Hallo,

meine Cushing Omi hat leider einen Reheschub bekommen. Nun habe ich mit akuter Rehe gar keine Erfahrungen. Es wurde ein Reheduplo mit Polster im hinteren Bereich angebracht. Die Zehe und der Bereich unter dem Hufbein schweben (Röntgenbilder wurden gemacht). Trotzdem läuft sie leider mit den Reheduplos genauso schlecht wie mit gepolsterten Equine Fusion Schuhen oder ganz barhuf. Auch das Metacam schlägt überhaupt nicht an.

Ist das normal während des akuten Schubs? Ihre Hufe sind nicht mehr wärmer als die der anderen Pferde.
Viele Grüße, Mascha
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Anne & Shabou » So 3. Feb 2019, 11:39

Probier mal Blutegel. Die hatten bei Shabou besser geholfen als jedes Schmerzmittel. Und ja, Shabou hatte bei seinem Schub auch echt Schmerzen, obwohl der sich ja eher chronisch eingeschlichen hat. Duplos haben bei ihm aber schon deutliche Besserung gebracht. Der Durchbrch war dann Prascend und die Egel...

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Mascha
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Mascha » So 3. Feb 2019, 13:11

Egel habe ich schon bestellt.

Für ein EMS/ECS-Profil ist auch bereits Blut auf dem Weg ins Labor. Prascend bekommt sie ja sowieso schon, weil sie ja schon lange Cushing hat. Aber eventuell muss ich die Dosis anpassen. Das wird hoffentlich das Laborergebnis zeigen.
Viele Grüße, Mascha
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Helga
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Helga » Mo 4. Feb 2019, 13:41

So oft als möglich kühlen (solange noch Pulsation). Ich habe Crusheis von der Tankstelle genommen. Dazu einen Aderlass, dann Heparin. Als Schmerzmittel hat meiner Finadyne bekommen. Ich würde mal mit dem Arzt reden, wenn das Metacam nicht anschlägt. Gefüttert habe ich nur Heu mit Streue (mageres Riedgras, wird nur einmal jährlich im Sept gemäht) und zur Unterstützung der Leber gemahlene Mariendistelsamen.

Mein Pony trug Schuhe mit Geleinlagen und zusätzlich habe ich noch den hinteren Hufbereich (bis zur Strahlspitze) gepolstert. Damit lief er innerhalb von ein paar Tagen sehr gut.

Wie schaut deine Fütterung aus ? Das Heu aus 2018 soll ja auf Grund der Trockenheit sehr zuckerhältig sein.

Auf jeden Fall alles Gute deiner Omi !

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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Mascha » Mo 4. Feb 2019, 16:34

Da der Verdacht besteht, es könnte sich um eine kälteinduzierte Rehe handeln, wurde mir im Hufrehe-Forum empfohlen, die Beine sogar zu wärmen. Bin mir nicht sicher, ob ich dann trotzdem die Hufe kühlen sollte.

Sie kann nur noch Heucobs essen. Die können natürlich auch zu viel Zucker haben. Vor der Rehe hat sie aber noch Maiscobs in den Heucobs bekommen. Die lasse ich jetzt natürlich weg.

Metacam schlägt seit gestern Abend etwas besser an.

Gepolsterte Schuhe hatte ich probiert. Das war kein wirklicher Unterschied zu barhuf. Sie steht halt auf der Stelle rum und streckt beide Beine oder abwechselnd eins nach vorne raus. In der eingestreuten Box steht sie besser, aber ich kann sie da nicht einsperren, weil sie dann da drin im Kreis rennt. Da ist die Empörung übers Eingesperrt sein dann offenbar größer als der Schmerz.

Immerhin ist sie mental noch ganz fröhlich. Brummelt rum, wenn sie einen sieht, will gekrault werden. Und während sie kaum weiß, auf welchem Vorderbein sie stehen soll, kann sie trotzdem gleichzeitig noch grunzenderweise den Po lupfen und mit dem Hinterbein dem Nachbarn drohen, der seinen Rüssel zu weit über den Zaun hält, während sie am essen ist.
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Helga » Di 5. Feb 2019, 08:02

Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei einer akuten Rehe Wärme gut tut. Was auch immer die Ursache für die Entzündung ist, Entzündungen sollte man am Anfang mit Kälte behandeln. Ich meine auch, mal wo gelesen zu haben, dass das auch bei der Winterlaminitis empfohlen wird. Zur Vorbeugung und nach dem Schub warm halten ja, aber nicht, wenn die Rehe akut ist.

Dass sie mental gut drauf ist, ist schon mal prima ! Womit hast du gepolstert und hast du nur den hinteren Hufbereich abgepolstert od hattest du auch eine weiche Einlage z.B. Schafwolle im Schuh ? Wie sehen denn die Hufe aus ? Hat sie Tragrandüberstand, eine schnabelnde Zehe ?

Das mit der Fütterung ist nat schwierig. Frisst sie unmelassierte Rübenschnitzel ? Wie heikel ist sie bez. Heucobs ? Es gibt auch Anbieter, die den Zuckergehalt angeben z.B. Agrobs

Hast du das Ergebnis der Blutuntersuchung schon bekommen ?

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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Mascha » Di 5. Feb 2019, 08:44

Blutergebnisse habe ich noch nicht. Muss ich heute mal nachhaken.

Rübenschnitzel frisst sie nicht. Heucobs pur frisst sie aktuell immerhin.

Gepolstert habe ich schon verschiedene Varianten. Gummipolster vorne ausgeschnitten, Styrodur vorne ausgeschnitten, Styrodurkeil, weiches Polster aus Verbandsmull, alles doof. Tragrandüberstand oder schnabelende Zehe hat sie nicht. Die Trachten waren etwas ausgebeult, die habe ich gekürzt. Die Zehenwand habe ich aus der Last genommen. Sie hat auch noch eine relativ gutes Sohlengewölbe. So schlimm wie sie läuft, sehen die Hufe gar nicht aus.
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Kathy71 » Di 5. Feb 2019, 09:41

Wenn Du das kannst, dann würde ich eine Box 30cm hoch mit Strohpellets (angefeuchtet, so dass sie zerfallen und einen weichen Boden bilden) oder genauso hoch mit Sand füllen und sie ohne irgendetwas an den Hufen da für mindestens 2 Wochen reinstellen, bis die akute Entzündung vorbei ist. Die Einstreu/Sand füllt und stützt das Hufgewölbe und nimmt die Wände aus der Last. Dein Pferd kann die Hufe so stellen (eingraben) wie es bequem ist und außerdem kannst Du durch Wässern der Einstreu auch noch Kühleffekt erzielen.
Wichtig: Sehr(!!!) hoch einstreuen!!! Wenn sie die Zehe eingräbt darf sie die Boden nicht erreichen.

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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von Mascha » Di 5. Feb 2019, 10:09

Einsperren habe ich schon versucht. Man konnte sie noch nie in einer Box halten, weil sie sobald die Tür zu ist, einen Affenzirkus veranstaltet. Auch jetzt unter Schmerzen läuft sie dann im Kreis da drin. Ich hatte auch die Hoffnung, dass sie jetzt vlt besser drin bleibt, weil es ja angenehmer ist drinnen für sie. Aber, ne, sie möchte das nicht. Das Problem ist zusätzlich, dass der Ausgang der Boxen so ist, dass sie von dort die anderen Pferde ihrer Herde nicht sehen kann. Der Paddock ist hinter den Hütten. Sie kann zwar andere Pferde sehen, aber sie muss offenbar auch kontrollieren, was ihre Herde macht.

Heute Morgen habe ich nochmal die Polster variiert, aber irgendwie wird das alles nicht besser. So schlecht sie mit den Duplos auch lief, mit Schuhen läuft sie ja noch schlechter. Ich überlege, die Duplos doch wieder ankleben zu lassen, wenn mir niemand mit einer besseren Alternative um die Ecke kommt.
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Re: Frage zu Schmerzen bei Rehe

Beitrag von radieschen » Di 5. Feb 2019, 11:05

Ich würde wohl auch die Duplos wieder ankleben - schaffst Du das vllt auch selbst? Passend sind sie ja gemacht worden und Du bist ja huftechnisch grundsätzlich fit. Ich hab einen älteren Cishing-Isi in der Kundschaft, bei demeigenltich alles optimal ist - heu selbst gemacht, zum optimalen Zeitpunkt, durchanalysiert wegen Zucker, mit Prascend eingestellt und regelmäßig kontrolliert usw usf. trotzdem bekam er bislnag jedes Jahr im Jan/Feb nen neuen Schub. da vermuteten wir nun auch die kälteinduzierte Variante und er läuft nun seit Anfang Januar mit dicken Stallgamaschen über dem Cushing-Plüsch. :roll: aber bisher, kein neuer Schub!

Bei ihm war es aber ähnlich, dass die Hufe eigenltich (wieder) soweit hübsch waren, Sohlenwölbung vorhanden, ACTH weitgehend in der Norm, trotz Schmerzen und daher eigenltich zu erwartenden höheren Werten - und er lief einfach mau, auch mit Duplos. dauerte oft ein paar Tage, bis er damit wieder komfprtabel wurde. also, dieses: "klebeschuh drauf, Pferd glückliche und lahmfrei unterwegs" stellte sich da auch nicht umgehend ein, was doch recht frustrierend sein kann - und einem ja nun auch das Pferdi leid tut.

Mein eigener Isi in seinem Reheschub vor sechs Jahren lief übrigens auch mit allem Schutz außer Klebeschuhen total bescheiden - ich vermute mal, die meisten Schuhe verlängern doch wieder in gewissem Rahmen die Zehe und selbst, wenn man die zurücksetzt, bringt der Abroillmoment, in dem sie über die Hufschuhzehe müssenb, doch wieder vermehrt Druck auf den Zehenbereich des Hufs.

Gute Besserung Deinem Mädel

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