hier habe ich einen interessanten Fall für euch:
Quarter-Stute, ca. 29 Jahre, Rentnerin (gesundheitlich nicht mehr topfit, schon etwas wackelig auf den Beinen etc.). Nach Auskunft der Besitzerin hatte die Stute ihr Leben lang(! -bearbeitet von diversen Hufbearbeitern) tiefe Risse in den Zehenwänden beider Vorderhufe. Als sie noch geritten wurde, war sie 4-fach mit Eisen beschlagen, lief nun aber schon einige Zeit (>1 Jahr) Barhuf.

Neben den Rissen erkennt man, dass zusätzlich die Hufe auch noch unterschiedlich gewinkelt sind, vorne links ist ein "Platthuf". Die Stute hat schwache Strahlkissen und Hufknorpel, dünne Wände und allgemein eine wirklich schwache Hornsubstanz. Zusätzlich Fäulnis überall, Strahl, weiße Linie...
Also: Nicht gerade optimale Voraussetzungen.
Die Fotos vor der ersten Bearbeitung machten die Besitzer (daher leider etwas ungünstige Winkel, aber man erkennt genug)
Vorne Links:

Vorne Rechts:


(Dieser Huf war noch der "steilere"...)
Nur 4 Monate später(!) sehen die Hufe so aus:
Der Platthuf vorne links:



(Die Querrinne markiert den Start meiner Bearbeitung, ich brachte ihn bei der ersten Bearbeitung ca. 1 cm unterhalb des Kronrands an)
Vorne rechts:


Die Hufe sind noch längst nicht optimal, ich bekämpfe noch Gammel und Reste der Verbiegungen, aber Verbesserung ist dramatisch. Von den Rissen bleibt eine Narbe, die sich als geschlossene Delle in der Wand zeigt. Das Pferd läuft problemlos - schade, dass man dies nicht schon viele Jahre früher gemacht hat.
Übrigens habe ich das Pferd nur 3x im 4-Wochen Abstand bearbeitet. Seitdem komme ich nur noch ca. alle 7-8 Wochen und die Besitzer ("Raspelanfänger"(!)) raspeln zwischendurch.
Gruß Tina