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Zehenfußung nach Trachtenkürzen an Vorderhufen

Verfasst: Di 24. Jan 2017, 10:41
von Laddie
Ich bearbeite eine 4 jährige WB Stute, die alles in allem schöne Hufe hat. Sie entwickelt einen Wandüberstand an den vorderen Trachten, und wenn ich diesen auf Sohlenniveau herunternehme zeigt sie eine deutliche Zehenfußung. Wie würdet ihr verfahren? Wandüberstand dranlassen widerstrebt mir, sollte man in diesem Falle aber evtl. machen?
Ich möchte natürlich auch keine unterschiebenden Trachten riskieren. Die Streßpunkte liegen auf Sohlenniveau.

Re: Zehenfußung nach Trachtenkürzen an Vorderhufen

Verfasst: Di 24. Jan 2017, 11:42
von Lesley
Wie sieht der Strahl aus?

Re: Zehenfußung nach Trachtenkürzen an Vorderhufen

Verfasst: Di 24. Jan 2017, 12:20
von Mascha
Durch ein paar mm Überstand an den Trachten bekommt man ja noch keine untergeschobenen Trachten. Ich würde den Überstand dran lassen, wenn das Pferd so besser läuft. Zumal viele Pferde einen leichten Überstand an den Trachten entwickeln, der aber auch einer bestimmten Höhe oft stagniert, selbst wenn man die Trachten nie kürzt. Ich sehe das als Zeichen dafür, dass das für das Pferd eben die zu dem Zeitpunkt optimale Trachtenhöhe ist. Das gilt natürlich nur für Hufe, die insgesamt in einem passablen Zustand sind und nicht für Extremfälle. Ich will nicht sagen, dass man nie die Trachten kürzen muss.

Re: Zehenfußung nach Trachtenkürzen an Vorderhufen

Verfasst: Di 24. Jan 2017, 13:22
von kelte
@ Laddie

Klingt mir sehr danach, als wenn Strahl und Strahlpolster unterentwickelt wären. Durch Trachtenkürzen könnte das Pferd vermutlich eine Trachtenlandung machen, es vermeidet sie nur, weil im Strahl und Polster einfach weh tun.
Würde da die Trachten nur sehr langsam zurücksetzen, also gerade so viel, daß Strahl und Polster mehr trainiert werden, aber noch kein Schmerz entsteht. Ein Drahtseilakt!

Grüße

Re: Zehenfußung nach Trachtenkürzen an Vorderhufen

Verfasst: Mi 25. Jan 2017, 11:02
von Laddie
Danke schonmal für eure Antworten! Ich sollte wohl mal Bilder machen ;)
Bisher kam mir der hintere Hufbereich nicht unterentwickelt vor, aber ich kann den ja nochmal genauer untersuchen.
Die Vorderbeine haben eine ganz leicht rückbiegige Tendenz, könnte das was damit zu tun haben? Das Pferd ist vom Wesen her super toll, vom Gebäude her sehe ich leider Mängel. Hinterbeine zum Beispiel sehr kuhhessig.

@Mascha: Meinst Du mit "besser" laufen die Fußung oder das Laufverhalten? Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren, die Trachten was länger zu lassen, aber ansonsten tritt die Stute eigentlich immer gut hin.

@Lesley: Der Strahl sieht eigentlich gut und nicht mickrig aus.

Re: Zehenfußung nach Trachtenkürzen an Vorderhufen

Verfasst: Mi 25. Jan 2017, 11:27
von Mascha
Mit "besser Laufen" meine ich den Gesamteindruck. Wenn du schreibst, dass sie nach dem Kürzen der Trachten Zehenfußung zeigt, gehe ich davon aus, dass sie das vor dem Kürzen nicht gemacht hat. Oder habe ich das falsch verstanden? Das würde für mich bedeuten, das Kürzen der Trachten hat in dem Moment die Situation verschlechtert. Daher würde ich es in Zukunft erstmal sein lassen. Das hindert dich ja auch nicht daran, die Hufe an den Stresspunkten auszubalancieren, du kannst die Stresspunkte ja weiter als Anhaltspunkt für die Balance nehmen nur nicht bis ganz zu ihnen runter raspeln, sondern lediglich die längere Seite auf die selbe Länge über den Stresspunkt angleichen wie die kürzere, z.B..

Re: Zehenfußung nach Trachtenkürzen an Vorderhufen

Verfasst: Mi 25. Jan 2017, 23:25
von Kathy71
Also, ich erinnere mich, dass mein Pferd als es damals den Pilz in der mittleren Strahlfurche hatte, tendentiell auch Zehenfussung zeigte. Der Strahl sah nicht schlecht aus, aber die mittlere Strahlfurche war sehr tief.

Re: Zehenfußung nach Trachtenkürzen an Vorderhufen

Verfasst: Do 26. Jan 2017, 08:41
von striziwuzi
ich hatte das problem bei meiner stute auch.

schöne, runde hufe, gut entwickelte ballen und strahl. dann begannen, dank schleichend kollabierendem stoffwechsel, die trachten unter zu schieben/zehe zu ziehen usw. es entstanden absolut keine zwänge - hufe blieben rund - trachten untergeschoben.

gut, also frisch ans werk: zehe in kürzeren abständen im kurzen bereich gehalten, landungspunkt so gut wie geht nach hinten verlegt. trachtenhöhe variierte zw. 3 und 3,5 cm (ich habs irgendwann gemessen, weil ich mir keinen reim mehr drauf machen konnte). und pferd lief GANZ schlecht! sehr deutliche zehenlandung - egal ob weicher sand, wiese oder asphalt. ausreiten ging NUR mit hufschuhen und irgendwann war es dann SO schlecht, dass sie selbst bergab mit hufschuhen in zehenlandung ging. (wir haben noch ein muskulaturproblem und die verstärken sich gegenseitig)

NIEMAND dem ich die hufe gezeigt habe, konnte mir das wirklich erklären! in der zeit habe ich natürlich viel beklebt, sie lief sehr viel mit schuhen usw...

also war klar, ein strategiewechsel muss her. pfeiff aufs lehrbuch (ist ja nicht das erste mal in meinem leben) und lass dir was einfallen *gg*

ich hab also auf den landungspunkt und die durch stellungsfehler bedingten schiefen gepfiffen und die trachten völlig in ruhe gelassen. die zehe außschließlich von außen zurück gesetzt. und bei den seitenwänden habe ich sehr akribisch darauf geachtet, dass beim blick über den ballen richtung zehe, der landungspunkt der höchste punkt ist. das bedeutete in unserem fall: alle 10-15 tage die seitenwände leicht einkürzen, am abgestellten huf sah man meist keine senke.

jetzt ist der huf 1 x vollständig durchgewachsen und das pferd zeigt in keiner situation mehr ne zehenlandung.

Re: Zehenfußung nach Trachtenkürzen an Vorderhufen

Verfasst: Mo 3. Apr 2017, 08:28
von Löwenzahn
Ich meine mich zu erinnern, dass Pete Ramey dazu gesagt hat, dass man einem Pferd, was nach Trachtenkürzen keine Trachtenlandung mehr zeigt, die trachten mehr stehen lassen soll.

Re: Zehenfußung nach Trachtenkürzen an Vorderhufen

Verfasst: Mo 3. Apr 2017, 15:04
von Kathy71
@Löwenzahn: Von "zu kurzen Trachten" ist Dein Pferd aber noch weit entfernt...sorry, meine Meinung.