Vielen Dank für den Input.
Es ist nicht so ganz einfach... ich scheue mich etwas davor, Fotos zu zeigen, weil ich schlicht und ergreifend Probleme habe Fotos zu machen, die mit der Realität übereinstimmen
Vorweg: ich bearbeite nur meine eigenen Pferde und habe nicht vor, das zu ändern. Einzige Ausnahme sind von Zeit zu Zeit die Pferde meiner Tier-Physiotherapeutin.
Sie hat Anfang des Jahres eine 21jährige QH Stute mit Hilfe des Vetamts der Besitzerin "abgenommen". Die Besitzerin hat ihre Tiere fast ausschließlich von einer Kinesiologin behandeln lassen und jene sagte, daß die Stute keine Hufbearbeitung "möchte", vermutlich über sehr lange Zeit... letztendlich "sagte" die Stute der Kinesiologin, daß sie nicht mehr leben möchte und die Besitzerin telefonierte diverse TÄ durch, um sie einschläfern zu lassen. Das rief das Vetamt auf den Plan. Zu diesem Zeitpunkt war die Stute auf allen 4 Füßen lahm, hatte mehrere großflächige und/oder tiefe Hufgeschwüre und wurde notfallmäßig (zwangsweise vom Vetamt veranlaßt) mit 4 Hufverbänden und NSAIDs versorgt. Laufen mochte sie verständlicherweise keinen Schritt, sie war allgemein recht heruntergekommen und dünn.
Irgendwann in grauer Vorzeit hatte die Stute schonmal eine Rehe, es wurden aktuelle Röntgenbilder gemacht, Rotation war vorn beidseits vorhanden, die Hufe extrem lang, nicht schnabelnd, aber ellenlange Zehe und lange, untergeschobene Trachte, jede Menge Rillen.
In diesem Zustand habe ich mir nicht zugetraut, an den Hufen etwas zu machen, der Plan war, einen Profi zu holen, der soviel kürzt, wie vertretbar und dann nagelt. In der Praxis war es dann so, daß der Profi in Anbetracht der maroden Wand (rundum sehr tiefer Gammel in der WL, lose Wand, teilweise extreme Krater von Hufgeschwüren) befand, daß Nageln unmöglich wäre. Es war Winter und saukalt und er schloß Kleben aus (er verwendet nur Vettec, bitte hierzu keinen Kommentar, wir waren heilfroh, daß sich ein guter Bearbeiter fand, der so kurzfristig kam), er mühte sich redlich und klebte mittels Hufverband Hele-Hufkissen drunter. Teilweise trug die Stute darüber noch Engl Krankenschuhe. Das war alles nicht so recht das Wahre, es hielt nicht und die Stute lief auch nicht wirklich besser damit.
Nach einigem Hin und Her erklärte sich freundlicherweise eine Bearbeiterin hier aus dem Forum dazu bereit, die Stute zu bekleben (mit Kunsttoff und Laschen). Das brauchte schonmal eine sehr deutliche Verbesserung, erwies sich aber auf Grund der weiten Anfahrt und unglücklichen Umständen (Krankheit, Terminschwierigkeiten auf beiden Seiten) als sehr schwierig, die benötigten kurzen Intervalle einzuhalten. Hier kam ich dann ins Spiel (Bearbeitungsintervall 3 bis 4 Wochen), ich erneuerte einmal die Beklebe (bin da aber wahrlich nicht der Held drin) und schaffte es, die Physio zu ermutigen, es barhuf zu versuchen. Es ging stetig bergauf, den Gammel in der WL bekämpfe ich, indem ich es tief ausräume und mit Untercover "stopfe", das hält bis zum nächsten Termin und der Gammel ist gestoppt. Auf eine Resektion der Wand habe ich mangels Erfahrung verzichtet, die Wand lasse ich in den betroffenen Bereichen schweben. Die Hornqualität ist hammermäßig gut, die Stute hat auf allen 4 Füßen eine umlaufenden Sohlenschwiele entwickelt, auf der sie steht. Boden ist minimal abrasiv, Naturboden und Gummimatten. Vorn haben die Hufe schon annähernd normale Form, die lange Zehe ist einigermaßen im Griff, die unterschiebenden, einrollenen Trachten kürze ich jeweils bis zu den vermeintlichen Streßpunkten. Hinten ist es ein Problem mit der Zehe, die müßte kürzer, aber ich hab die Zehenwand bis zur WL weg, wobei dort (also an den Hinterhufen) die schlimmsten Gammelstellen waren, die Wand im Seitenbereich schwebt, ich würde im jetzigen Zustand niemals die Zehe von unten kürzen. Aber wenn die Wand dann mal wieder gesund unten angekommen ist, dann muß was geschehen, daher meine Frage hier.
Ich hätte die Hoffnung, daß es sich vielleicht von selbst erledigt, wenn die Sohlenschwiele nicht mehr nötig ist (weil die Wand wieder tragen kann) und abgebaut wird, vielleicht wird dann Tragrand frei, der abgenommen werden kann. So tät ich es mir wünschen...
Das wird alles noch ne Weile dauern, aber ich würde mir bis dahin halt gern noch ein bißchen was übers Zehenkürzen anlesen
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu wirr, es gibt ja auch Röntgenbilder, wir waren uns aber beide nicht mehr sicher, ob auch von hinten, haben halt beide auch mehr wie genug andere Dinge um die Ohren

zudem gabs aktuell mit der Stute noch ganz andere Probleme (massive Atemnot, die auf nichts ansprach), was die Haltung nochmal etwas aufwendiger machte (nasses Heu, Späne, täglich inhalieren), ist jetzt aber erfreulicherweise im Griff und kommt hoffentlich nicht wieder. Ich bitte deswegen etwas um Nachsicht, wenn nicht alles so optimal läuft, wir geben unser Bestes
