Fohlenhufe

Bearbeitungstechniken
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Voegelchen
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Fohlenhufe

Beitrag von Voegelchen » Sa 25. Apr 2015, 09:34

Ich stelle mal ein Gesuch meiner Freundin ein, welches der ein oder andere vielleicht schon bei Facebook gesehen hat.

Hallo zusammen, ich habe hier schon mal nach einem Hufbearbeiter im Raum Sauerland, speziell Sundern gefragt. Da hat sich irgendwie niemand gefunden... :(
Ich habe jetzt für mein Fohlen (bald ein Jahr) einen Schmied. Der ist im Umgang auch ganz toll mit den Babys. Aber ich habe den Eindruck, dass ich da auch noch zwischen den Terminen ein bissel was bearbeiten könnte.
Nun habe ich gar keine Erfahrung mit Fohlenhufen. Hat da jemand einen Literaturtipp? Speziell zu diesem Thema? Toll wäre was mit Bildern und praktischen Beispielen.
Konkret würde ich gerne die Trachten auf gleicher Länger halten und die Zehe etwas abrunden, die wird schnell so spitz.
Ich freue mich über ehrliche Tipps!

Christoph Schork hat geantwortet:
Literatur TIp habe ich keinen, aber aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen dass Fohlen die spitze Zehe zum laufen brauchen. Fohlen koennen nicht die Hinterbeine so weit nach vorne schieben um Halt zu finden. Die spitze Zehe hilft deswegen Halt zu finden und fuer das Gleichgewicht. Man kann auch beobachten wie die Fohlen mehr auf ihren Zehen gehen und springen. Wenn du das wegmachst, kommt sie gleich wieder. Erst spaeter im Leben kann man das abrunden. M/L Balance sollte man allerdings herstellen.
Stephan Williamson hat geantwortet:
Google mal nach "Fohlenschnabel". Die Zehe muß lang sein um die Beugesehnen zu strecken.
Nachdem ich jetzt einiges gelesen habe scheint es sinnvoll zu sein, vorerst nur den Huf zu beobachten und nur ein zu greifen, wenn sich eine Fehlstellung ankündigt. Das Fohlen steht ganzjährig auf der Weide, diese ist hügelig und es gibt einen kleinen befestigten Bereich und einen Pfad mit Paddockmatten. Wenn ich mit dem Fohlen Spazieren gehe, geht sie lange Strecken über Schotter ohne Probleme. Nur sind die Trachten etwas ungleich vorne, ich denke, das ist so weil sie breitbeinig grast (wie eine Giraffe).

Vielleicht kommen hier noch ein paar Tipps.... :-)
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kelte
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Re: Fohlenhufe

Beitrag von kelte » Sa 25. Apr 2015, 11:59

Servus!

Die meisten Fohlen Grasen so. Das hat aber nix mit den Hufen zu tun, sondern mit ihrem Gebäude. Der Hals (und der Kopf) ist noch zu kurz für die langen Beine.
Wie schon geschrieben wurde, medio-laterale Balance beachten und die Zehe länger lassen.

Grüße

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Re: Fohlenhufe

Beitrag von Puschel » Sa 25. Apr 2015, 13:46

Würde man die Zehe wie bei einem erwachsenen Pferd kürzen, könnte man recht effektiv Bockhufe produzieren. Das sollte man lassen und vor allem Profis überlassen.
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Voegelchen
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Re: Fohlenhufe

Beitrag von Voegelchen » Sa 25. Apr 2015, 14:27

kelte hat geschrieben:Servus!

Die meisten Fohlen Grasen so. Das hat aber nix mit den Hufen zu tun, sondern mit ihrem Gebäude. Der Hals (und der Kopf) ist noch zu kurz für die langen Beine.
Wie schon geschrieben wurde, medio-laterale Balance beachten und die Zehe länger lassen.

Grüße
Das die Fresshaltung natürlich ist, ist klar. Aber soll man an den Hufen dagegen an arbeiten oder gibt sich das von selbst irgendwann, wenn das Pferdchen anders frisst?
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Re: Fohlenhufe

Beitrag von Ursula » Sa 25. Apr 2015, 16:09

Also die Fresshaltung ändert sich mit dem Längenwachstum des Fohlens, hat nichts mit den Hufen zu tun. Oder meinst Du was anderes?

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Re: Fohlenhufe

Beitrag von Pferdefreund » Sa 25. Apr 2015, 17:43

also zu dem pointed toe git es wohl auch andere Ansichten:

http://extension.usu.edu/smac/files/upl ... ofCare.pdf

http://www.equipodiatry.com/foaltrm.htm

http://www.equipodiatry.com/article_you ... rriery.htm



Ich muss sagen, ich kann mir nicht vorstellen dass diese Spitze zu lassen zu irgendwas gut sein soll. Das Fohlen wird dann gezwungen links oder rechts von der Spitze abzurollen, und das streckt die Beugesehnen u.U. schlechter als ein mittiges Abrollen. Die Sehne soll ja nicht nur einseitig gestreckt werden. Das alleine ist fuer mich also kein gutes Argument. Bin natuerlich fuer andere Argumente offen.

Insofern kann ich Puschels Aussage das doch bitte dem Experten zu ueberlassen wieder mal nicht nachvollziehen, denn wenn man 5 Experten fragt bekommt man 5 verschiedene Ansichten. De fakto muss der Pferdebesitzer leider selber ganz schoen viel recherchieren und beobachten, um die beste Entscheidung fuer das Pferd zu finden. Also Voegelchen, bitte deinen guten Verstand nicht aussetzen und NICHT einfach den Experten vertrauen.

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Re: Fohlenhufe

Beitrag von Feuerhuf » Sa 25. Apr 2015, 19:37

Der Fohlenschnabel ist ein Stück härteres Horn im Zehenbereich, das ein zu schnelles Abnutzen der Zehe verhindern soll. auf keinem Fall diesen Bereich Beraspeln. Da die tiefe Beugesehne bis zu 1 Jahr wächst, ist darauf zu achten den Huf lieber etwas flacher zu halten als zu steil. Sollte ein fohlen einen Lieblingsfuß der nach vorne gestellt wird, beim Fressen haben, ist darauf zu achten dieser nicht zu schräg und der anderen zu steil wird.
Ganz wichtig ist das Bewegen über verscheiden harte Böden. Also nicht nur weiche Koppel und weiche Einstreu oder nur über abrasive Böden. Bei der Bearbeitung gelten die gleichen Richtlinien wie für ein erwachsenes Pferd, mit dem Unterschied der Intensität der Bearbeitung. Fohlenhufe reagieren sehr schnell. Oft genügt eine minimale Berasplung oder Kürzung um den gewünschten Effekt innerhalb kürzester Zeit zu erzielen. Wichtig ist die Strahl- und Eckstrebenpflege.

Für den konkreten Fall:
nach 1 Jahr gibt es keinen Fohlenschnabel mehr. Fohlen auf ebenen Boden stellen und von ca. 2 M Entfernung in der Hocke von vorne Schauen, ob der äußere und innere Kronrand auf gleicher Höhe ist. Ggfs. die höhere Seite kürzen. Ist kein Wandüberstand zu sehen, die Wand von außen beraspeln und den Abrieb erhöhen. auch bei einem 1 jährigen Tier können schon zu lange Eckstreben die Trachtenwand nach außen beulen. Daher ist die Eckstrebenbearbeitung wichtig. Der Vorderhuf soll rundoval sein.
Punkt spitze Zehe:
mit der feinen Seite der Raspel bei aufgehobenem Huf ein paarmal leicht über den Tragrand streichen. Ist die Zehenwand einer Stelle zu dick, die Wand auf gleiche Dicke Raspeln. Auch knapp 1-Jährige haben schon eine angelaufene Zehenrichtung.

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Re: Fohlenhufe

Beitrag von Pferdefreund » Sa 25. Apr 2015, 21:09

ich finde hier ist eine ganz schoene Bilderserie, eines Fohlens, das auf einem track lebt:

http://www.thenaturalhoof.co.uk/#!foal- ... ment/c1mtd

Nur mal so als Vergleich ganz interessant. Auch zu dem Fohlen, das nur auf weichem Boden gelebt hat die ersten paar Monate seines Lebens.

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Re: Fohlenhufe

Beitrag von bergziege » Fr 29. Mai 2015, 11:38

Damit wir nicht zwei Thread zu dem Thema führen, klink ich mich hier mit ein.

Hat nicht jemand Lust, mal Übersetzungen der englischen Links zu fertigen? Oder wenigstens Zusammenfassungen? :mrgreen: :mrgreen:


Bei meinem schlechten Englisch trau ich meinen Interpretationen der Texte nicht. Da reicht ja ein falsch verstandenes Wort um genau entgegengesetzt zu arbeiten. Nicht dass ich mich jetzt unwissend auf Fohlenhufe stürzen will, aber es interessiert mich eben doch sehr.

Weiss jemand, ob es innerhalb Deutschlands Kurse/Seminare zum Thema Fohlenhufe gibt?

LG
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Re: Fohlenhufe

Beitrag von Juria » Mo 22. Aug 2016, 09:18

Wie lange gilt ein Huf denn als Fohlenhuf? Jährlinge, 1,5-jährige auch noch?

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