Martin hat geschrieben:Hat diese Stellung denn erfahrungsgemäß einen Krankheitwert oder ist das einfach so?
Wenn es denn mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung verbunden ist, müsste man dann beschlagen, Trachten mit Vettec aufbauen etc.?
Martin
Die Erkrankung an sich ist genetisch bedingt und hat letztendlich auch immer einen letalen Ausgang und ist bis jetzt nicht heilbar. Ob und wann sie ausbricht ist dann allerdings u.A. auch von Faktoren wie Zuchtlinie und Hufbearbeitung abhängig.
Meist bricht sie etwa im Alter von 10 Jahren aus, besonders betroffen sind bestimmte Zuchtlinien mit langen Fesseln. Wegen des besonders weichen Ganges bei lang gefesselten Pferden hat sich die Erkrankung bei den Pasos zuchtbedingt stark ausgebreitet. Nichtsdestotrotz ist sie auch von vielen anderen Rassen wie z.B. Quatern und Arabern bekannt, die aber wegen der meist kürzeren und steileren Fesselung offenbar weniger leiden.
Es gibt inzwischen ganz gute Langzeitergebnisse mit alternativer Behandlung, die die Krankheit zwar nicht stoppen, aber doch verlangsamen und den Allgemeinzustand verbessern können. Die Verbindung von Jiaogulan, einer Heilpflanze und AAKG, einer semiessentiellen Aminosäure hat sich durchaus bewährt bei vielen Pferden.
Ich würde einen Paso nicht grundsätzlich vorbeugend beschlagen, aber deutlich mehr als bei anderen Rassen auf eine gute Hufbearbeitung achten, also immer stark die Zehe zurücksetzen und nach Prüfung wie es auch Ramona1974 gemacht hat, von unten die Zehe kürzen. Ist die Erkrankung ausgebrochen, kann ein die Trachtenregion unterstützender und gut dämpfender Beschlag, der die entzündeten Bereiche nicht zusätzlich reizt, auf jeden Fall hilfreich sein. Bekommt man die Stellung gar nicht in den Griff, dann finde ich einen zumindest temporärern Beschlag auch durchaus gut.