Ich weiß, wie Ihr das meint, möchte aber gerne der Vollständigkeit halber einen Fall in die krass andere Richtung schildern:
WB Stute bei mir im Ort wird gedeckt, fohlt, alles bestens. Stute samt (Stut)Fohlen steht mit 2 alten Pony Wallachen zusammen. Die Pferde werden täglich und viel geritten, das Fohlen wird von Anfang an mitgenommen. Erst frei, dann am Strick. War von Anfang an gewöhnt, mit zum Reitplatz (20Min. Wegstrecke im Schritt) zu laufen, dort angebunden zu warten, bis Mutter "fertig" ist. Zum Absetzen mit ca. nem Jahr wurde die Mutter zeitweise abgetrennt gehalten.
Mitterweile ist das Fohlen 3 und wird geritten. Es hat (so denke ich zumindest) super Hufe, ist absolut artig und bedienerfreundlich, ABER mir tuts quasi vom ersten Tag an leid, denn ich habe noch nie (OK, ich hatte noch nicht mit so vielen zu tun), so ein "ernstes"/dienstbeflissenes Fohlen gesehn. Das hat nie mal gespielt oder ist auf der Weide gerannt, mit wem auch.
Die Besitzerin schwärmt, daß man ja alles so toll mit ihr machen kann.
Ich finde, es ist ein recht schmaler Grat, SOFERN MAN NICHT OPTIMALE BEDINUNGEN HAT. Will sagen, sofern es nicht noch mindestens eine weiter Stute mit Fohlen gibt oder man den Absetzer in ne Fohlenherde stellen kann und trotzdem mit ihm arbeiten kann.
Oft habe ich mitbekommen, daß Fohlen zugunsten einer Aufzucht im Verband mit Gleichalten eben weiter weg eingestellt wurden und dann eben nicht mit ihnen gearbeitet wurde.
Und zu guter Letzt:
Ob ein Pferd bei der Hufbearbeitung artig und kooperativ ist, hat nichts, aber auch rein garnichts damit zu tun, ob man diese Prozedur von Fohlen an mit ihm übt, oder erst später damit anfängt. Es hat lediglich damit zu tun, WIE man es anfängt

(natürlich ist es einfacher zu trainieren, je früher man anfängt, aber zwingend nötig ist dies nicht).
Da ich die letzten 3 Jahre die Stute bei uns im Ort ständig vor Augen habe, ist es mir einfach ein Bedürfnis, hier ein kurzes Wort zum Freitag loszulassen - sorry dafür
