Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

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Pferdefreund
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Re: Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

Beitrag von Pferdefreund » Sa 5. Mär 2016, 00:43

auf den Bildern kann man in der Tat nicht viel erkennen. Eine Hypothese koennte sein, dass die Hufknorpel beginnen zu ossifizieren, gibt es ja haeufig bei Pferden mit unguenstigen Stellungen. Das waere dann, bis sie ossifiziert sind, eine Entzuendung, die dann aber weggeht. Bei meiner Stute sieht man auch seitlich solche "Schwellungen", allerdings eher direkt ueber dem Kronrand nicht am Kronrand. Wenn man die ertastet sind sie ganz hart, also ossifiziert. Von den Roebis weiss ich auch dass sie an diesem Huf (VR), und nur VR, ziemlich ausgepraegte HKV hat. Vielleicht faengt das bei deinem Pony gerade so an?

Jolly Jumper
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Re: Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

Beitrag von Jolly Jumper » Sa 5. Mär 2016, 08:05

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Chicsy
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Re: Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

Beitrag von Chicsy » Sa 5. Mär 2016, 11:11

Danke auch für eure Beiträge.

@Pferdefreund: An eine HKV hatte ich auch schon gedacht. Das wäre wiederum etwas wo sich Röntgenbilder mal anbieten würden.

@Jolly Jumper: Wenn die Schwellungen durch die Hufsituation bedingt wären, wäre mir das ja noch die liebste Variante da man daran ggf. noch etwas ändern kann ohne dass bleibende Schäden zurückbleiben...
Ohne dieses Thema jetzt lang und breit in diesem Thread zu diskutieren, was stört dich an seiner Hufsituation am meisten?

Ich war noch nie wirklich zufrieden mit seinen Hufen, er hatte immer einen engen etwas steileren rechten Vorderhuf mit verkümmertem, gammligem Strahl und einen flachen linken Vorderhuf ohne Sohlenwölbung. Ich habe dann irgendwann beschlossen die Trachten rechts stärker zu kürzen als bisher damit sich der Huf etwas weitet. Erstaunlicherweise tat er das dann auch ein bisschen aber der Huf hat mir abgesehen vom Strahl vorher deutlich besser gefallen... War also wohl keine so gute Idee.
Links stört mich abgesehen von der fehlenden Sohlenwölbung und dem zu flachen Winkel der hochgeschobene Kronrand aussen sehr. Da weiss ich aber nicht was dagegen tun weil er über die äussere Seite der Zehe abfusst und die Sohle und Zehenwand hier immer etwas abläuft so dass dieser Teil im Stand minimal "in der Luft hängt". Ich kürze dann natürlich die Zehe regelmäßig v.a. innen (nur von der Außenseite aus, nicht von unten weil kein Überstand da ist), was aber nichts daran ändert dass er im Zehenbereich innen etwas höher steht. Insgesamt ist der Abrieb bei ihm im Zehenbereich auf beiden Hufen deutlich höher als im Trachtenbereich. Von unten habe ich im Zehenbereich noch nie etwas weggenommen. Nur halt die Zehe von aussen gekürzt.


Ich bin momentan am Überlegen ihn vielleicht mal für ein paar Wochen bekleben zu lassen (evtl. auch was gepolstertes) um erstmal etwas "Ruhe" in die Hufe zu bekommen bevor es dann im April auf den Hufkurs mit ihm geht.

Martin
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Re: Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

Beitrag von Martin » Sa 5. Mär 2016, 11:48

Chicsy hat geschrieben: Ich war noch nie wirklich zufrieden mit seinen Hufen, er hatte immer einen engen etwas steileren rechten Vorderhuf mit verkümmertem, gammligem Strahl und einen flachen linken Vorderhuf ohne Sohlenwölbung.
Man sieht das auf den Bildern nicht so, aber wenn Du eine "High-Low-Situation" hast, dann ist eine Bearbeitung relativ schwierig. Daran scheitern auch viele Profis.

Du hast dann nämlich vier komplett unterschiedliche Hufe, die auch unterschiedlich stark belastet werden. Der Platthuf wird z.B. stärker belastet als der enge steile Huf.
Je weiter sich die Form dieser Hufe voneinander entfernt, umso einseitiger wird das Pferd in der Bewegung und umso einseitiger das Pferd sich bewegt umso stärker verändert sich die Hufform. Damit befindet man sich ganz schnell in einem Teufelskreis, aus dem man ohne Erfahrung mit solchen Stellungen nur schwer rauskommt.

Ansatzweise bist Du schon den richtigen Weg gegangen, nämlich den steilen Huf im Trachtenbereich zu kürzen. Vermutlich hat Dich auf der Hälfte des Weges der Mut verlassen.

Martin

Jolly Jumper
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Re: Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

Beitrag von Jolly Jumper » Sa 5. Mär 2016, 21:10

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Martin
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Re: Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

Beitrag von Martin » Sa 5. Mär 2016, 22:21

Jolly Jumper hat geschrieben:Vorne links: dadurch dass du immer nur innen die Zehe kürzt, hast du nun das Problem mit dem Kronsaum außen.
Vorne rechts: du willst eine flachere Stellung, hast in der Zehe aber nur noch wenig Wandhorn stehen, was sich schneller abreibt. Ein Teufelskreis....

Ich sehe keine "high-low-Situation" und wenn es sie gebe, dann keinen Bearbeiter nehmen, der das Pferd in den Trachten zu stark runter holt, sondern jmd der austarieren kann, inwiefern die Tiefe Beugesehne einen Spielraum lässt. Sonst wird dieser Huf dem Pferd unangenehm und es belastet noch mehr den linken Vorderhuf.
Meiner Erfahrung nach ist es genau umgekehrt. Wenn man die High-Low-Pferde nicht von den hohen Trachten des steilen Hufes runterholt, verschlimmert sich die Situation bzw. wird nie besser.

Die Begründung mit der Verkürzung der Sehne halte ich für anatomisch falsch, weil man dabei vergisst, dass an jeder Sehne ein sehr dehnfähiger Muskel hängt. Außerdem verkürzen sich Sehnen nicht so einfach. Da bestehen seit Jahren komplett falsche Vorstellungen über Gewebeeigenschaften.

Martin

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Re: Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

Beitrag von Chicsy » So 6. Mär 2016, 00:24

Auf den Fotos sehe ich diese High-Low-Symptomatik auch nicht. Vielleicht täuscht das auch wegen der unterschiedlich ausgeprägten Sohlenwölbung und dem schmaleren, "hohen" Strahl. Ich werde mal spaßeshalber die Strahlfurchentiefen messen. Leider habe ich sie mir beim Messen letzten Sommer nicht aufgeschrieben aber ich bin mir sicher die Werte liegen jetzt näher beisammen als damals.

Das Problem warum ich die äussere Zehenwand des flachen Hufs nicht runternehne ist, dass ich da kein Material habe. Er läuft sich diese Seite in die Sohle hinein ab von unten. Die Außenseite steht daher schon minimal in der Luft wenn er auf ebenem Boden steht. Ich muss davon mal ein vernünftigeres Foto machen.
Das mit dem hoch geschobenen Kronrand sehe ich schon auf den Fotos von vor 4 Jahren :shock: . Seine eigentlich Fühligkeit was Steine angeht hat sich seither verbessert und ist denke ich so wie man es bei diesen Hufen erwarten würde. Das Laufverhalten auf glattem Asphalt ohne Steinchen hat sich seither aber nochmal deutlich verschlechtert.

Mir stellt sich halt immer noch die Frage ob ich mit ihm in die Klinik oder zu nem Spezialisten fahren soll der sich die Gelenke etc. mal genau ansieht und ggf. mal Röntgenbilder von den Hufen macht. Letztere wäre dann vielleicht auch für die zukünftige Hufbearbeitung nützlich. Schaden tuts an sich nicht, es sei denn die machen mich wieder mit derartigen Diagnosen ganz verrückt...

Martin
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Re: Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

Beitrag von Martin » So 6. Mär 2016, 09:50

Chicsy hat geschrieben:Auf den Fotos sehe ich diese High-Low-Symptomatik auch nicht. Vielleicht täuscht das auch wegen der unterschiedlich ausgeprägten Sohlenwölbung und dem schmaleren, "hohen" Strahl. Ich werde mal spaßeshalber die Strahlfurchentiefen messen. Leider habe ich sie mir beim Messen letzten Sommer nicht aufgeschrieben aber ich bin mir sicher die Werte liegen jetzt näher beisammen als damals.

Das Problem warum ich die äussere Zehenwand des flachen Hufs nicht runternehne ist, dass ich da kein Material habe. Er läuft sich diese Seite in die Sohle hinein ab von unten. Die Außenseite steht daher schon minimal in der Luft wenn er auf ebenem Boden steht. Ich muss davon mal ein vernünftigeres Foto machen.
Das mit dem hoch geschobenen Kronrand sehe ich schon auf den Fotos von vor 4 Jahren :shock: . Seine eigentlich Fühligkeit was Steine angeht hat sich seither verbessert und ist denke ich so wie man es bei diesen Hufen erwarten würde. Das Laufverhalten auf glattem Asphalt ohne Steinchen hat sich seither aber nochmal deutlich verschlechtert.

Mir stellt sich halt immer noch die Frage ob ich mit ihm in die Klinik oder zu nem Spezialisten fahren soll der sich die Gelenke etc. mal genau ansieht und ggf. mal Röntgenbilder von den Hufen macht. Letztere wäre dann vielleicht auch für die zukünftige Hufbearbeitung nützlich. Schaden tuts an sich nicht, es sei denn die machen mich wieder mit derartigen Diagnosen ganz verrückt...
Plattfüßer haben mit der Stoßbelastung auf harten Böden häufig Probleme. Sie laufen manchmal problemlos über Schotter, aber wenn dann auf harten Böden getrabt werden soll, wollen sie das nicht. Ich gehe mittlerweile davon aus, dass die Lage des Hufbeins in der Kapsel dabei eine große Rolle spielt. Entsprechend versuche ich bei solchen Pferden immer die Lage des Hufbeins zu optimieren. Klappt nicht immer, aber oftmals dann doch. Das allerdings in der Mehrzahl der Fälle nur über Beschläge oder andere Hufschutztechniken.

Wenn Du wirklich eine High-Low-Stellung hast, dann hast Du leider ganz viele Faktoren, die die Hufsituation auf komplizierte Art und Weise beeinflussen. Das Pferd belastet defintiv die Seite mit dem Plattfuß deutlich mehr als die mit dem steilen Huf. Es muss also Ziel sein, den steilen Huf mehr in die Last zu nehmen. Er wird nie wieder gleich viel Last aufnehmen, aber es hilft, wenn man das Verhältnis etwas ausgeglichener gestaltet.

Solange der Plattfuß überproportional viel Last aufnimmt, wirst Du fast immer negative Hufentwicklungen haben, wie eben eine platte Sohle, Verdickungen in der Sohle, extreme Ablaufrichtungen, Fühligkeiten, verschobene Kapsel usw..... Das sind Kompensationen der ungünstigen Belastungssituation. Übrigens spielt sich dann bei den Hinterbeinen ähnliches ab, man sieht es nur nicht so deutlich.

Erst wenn Du den steilen Huf zwingst mehr Last aufzunehmen, wird sich die Situation am flachen Huf ändern.

Martin

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Re: Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

Beitrag von Pat » So 6. Mär 2016, 11:03

Martin hat geschrieben: Erst wenn Du den steilen Huf zwingst mehr Last aufzunehmen, wird sich die Situation am flachen Huf ändern.

Martin
Das schafft man leider nicht über die Hufbearbeitung - sonst wär's ja einfach ... ;)
Muskeln und Fazien müssen gelöst und gelockert werden, besonders an der Schulter des steilen Hufs. (Hat der Huf ne Schulter :think: , na, ihr wisst was ich meine :lol: )
Physio-Übungen und auch beim Reiten darauf achten, dass man die Schulter löst.
Nur mal so als Tipp.

Hufbearbeitung, die sich auf diese Situation einstellt, ist natürlich auch wichtig. Es nützt nichts, wenn man "oben" alles geschmeidig macht, "unten" aber nichts passiert. Umgekehrt genauso.

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Re: Am Kronrand tastbare Flüssigkeitsansammlungen

Beitrag von Lesley » So 6. Mär 2016, 11:18

Das wollte ich auch gerade schreiben. Eine enge physiotherapeutische Betreuung und evt. Unterstützung beim Training, ist sehr wichtig, um die Situation dauerhaft zu verbessern.
"Experience is the hardest kind of teacher. It gives you the test first and the lesson afterward." ~Oscar Wilde

„If you are not willing to learn, no one can help you.
If you are determined to learn, no one can stop you.“

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