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Re: Länge der Seitenwände bei Beschlag

Verfasst: So 2. Okt 2016, 23:31
von Pat
Ja, wie ich schon oben schrieb, das Hufbein formt die Sohle und damit die Kapsel. Aber wer schon einige Hufbeine in der Hand hatte, weiß, dass sie sehr unterschiedlich sein können. Rund, oval, flacher, gewölbter ... individuell wie das Pferd.
Ich halte irgendwelche "Normen", seien es Winkelvorgaben oder Formideale für falsch, weil sie die Individualität des Pferdes nicht berücksichtigen.

Re: Länge der Seitenwände bei Beschlag

Verfasst: So 2. Okt 2016, 23:32
von milli
Alte Aufnahmen. Pferd ca. 4 jährig. Bearbeitung nach Biernat:

Alles vorne links:

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Re: Länge der Seitenwände bei Beschlag

Verfasst: Mo 3. Okt 2016, 00:09
von Mascha
milli hat geschrieben:Habt ihr Bilder von Pferden mit eurer Meinung nach guter Trachtenhöhe?
Also, ich persönlich rate immer dazu, die Trachten erstmal auf 4-5mm über lebender Sohle zukürzen, falls sie überhaupt länger sind und dann der Zehe einen Bevel anzuraspeln. Ich habe mit der Zeit festgestellt, dass man am besten so bevelt, dass man einen 90° Winkel zur Hufwand hat. Damit bevelt man die Zehe oder hebelnde Bereiche logischerweise stärker als die Seitenwände. Die Trachten werden nach der Vorgehensweise gar nicht gebevelt. Außerdem berunde ich die Kante, die zwischen Bevel und der Außenseite der Hufwand entsteht nicht, denn ich möchte ja, dass die Wand so viel wie möglich mitträgt. Der Bevel soll die Wand nicht entlasten, sondern nur dafür sorgen, dass die Kräfte senkrecht zum Hornwachstum wirken. Die Wände strecken tue ich nicht. Ich bin der Meinung, dass es nicht viel mehr als eine Schönheitskorrektur ist. Wenn man den Bevel wöchentlich mit ein paar Raspelstrichen erneuert, wachsen Verbiegungen raus, mit oder ohne Wand strecken.

Es ist schon schwierig, dass es so viele verschiedene Bearbeitungstheorien gibt. Aber wenn man die Hufe selber bearbeiten möchte, dann sollte man sich so lange mit der Thematik befassen, bis man so viel verstanden hat, dass man sagen kann, was man selber für am plausibelsten hält. Das heißt nicht, dass man sich auf eine bestehende Theorie festlegen muss. Man sollte nur verstehen, was man warum tut. Also nicht hier und dort raspeln, weil der Schmied (oder irgendjemand in einem Internetforum) das gesagt hat, sondern sich selber Gedanken machen, wie und wo man raspeln sollte und was es bewirken könnte. Natürlich kann man sich von anderen Leuten auch anleiten lassen, aber man sollte sich immer fragen, "warum raspel ich jetzt hier?", selbst wenn Pete Ramey persönlich gesagt hat, dass man da raspeln soll. Damit meine ich, lass dich nicht verrückt machen von den ganzen Theorien. Beschäftige dich mit der Thematik, bis du verstehst, was welches Raspeln bewirkt und schau dann, was dir bei den Hufen deines Pferdes vernünftig vorkommt.

Re: Länge der Seitenwände bei Beschlag

Verfasst: Mo 3. Okt 2016, 08:17
von Annette
Hier hatten wir schon mal einen langen Thread über den HappyHoof Channel: http://keinhorn.de/phpBB-3/phpBB3/viewt ... ehappyhoof
Den Thread sollte man unbedingt bis zum Ende lesen.

Re: Länge der Seitenwände bei Beschlag

Verfasst: Mo 3. Okt 2016, 10:40
von Dianne
Was ist beveln?

Re: Länge der Seitenwände bei Beschlag

Verfasst: Mo 3. Okt 2016, 10:49
von Mascha
Dianne hat geschrieben:Was ist beveln?
http://www.healthyhoof.com/articles/Pet ... 20trim.jpg Da sieht man einen Bevel. Das ist einfach ein Anschrägen der Wand.

Re: Länge der Seitenwände bei Beschlag

Verfasst: Mo 3. Okt 2016, 23:18
von milli
Vielen Dank für eure Posts Mascha und Pat. Das Thema Hufbearbeitung ist super interessant. Ich wünschte es könnte etwas einfacher sein. :D
Muss mir die HappyHoof Videos nochmals anschauen. Gerade auch wegen der Form des Hufbeins. Aber die Stimme ist echt anstrengend und die vielen Wiederholungen. Obwohl ich die gerade gut finde. Hilft dem Verständnis. Aber meist schlaf ich nach spätestens 15 Minuten ein :whistle: ....